Michał Kubiak

Michał Kubiak, (geb.1946 in Bromberg /Bydgoszcz). Er schloss die 2. allgemeinbildende Oberschule in Bydgoszcz ab. In den Jahren Michał Kubiak1967- 1972 studierte er an der Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste in Posen (Poznań). Das Studium schloss er mit Auszeichnung in der Werkstatt für Skulptur des Dozenten Olgierd Truszyński ab. Er ist Träger  zahlreicher  Hauptpreise bei   renommierten Skulpturenwerkstätten. Er präsentierte seine Arbeiten in vielen individuellen und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. in Frankreich ( 1973), in den Vereinigten Staaten ( 1974), in Deutschland ( 1987, 1990) und Norwegen  ( 1991).

Wie viele andere Bildhauer seiner Generation war er von Georg Segals Werken begeistert. Er arrangierte  damals räumliche Situationen, in der er  die menschliche Figur von expressiver und deformierender Modellierung mit dem fertigen, manchmal  bearbeiteten Gegenstand verbunden hat. Er modellierte in zerbrechlichen und nicht festen Materialien.

In den nächsten Jahren wandte sich der Bildhauer festen und edlen Materialien, wie Stein und Metall zu. Er begann nach anderen Formen und Ausdrucksmitteln zu suchen und vor allem den mühsamen Prozess der Materialbearbeitung und der komplizierten Technologie zu vertiefen. Die ehemalige Antiästhetik und Brutalität von Gipsformen ersetzte er durch   Perfektion bei der Materialbearbeitung, Formenziselierung bis zur fast idealen in ihrer Vereinfachung Form. Das ist  vor allem in Bronzebüsten zu sehen.

Der Künstler bewahrte jedoch die  für ihn typische  Vorliebe für Expression und Streben nach dem Versinnbildlichen. Das Schaffen von Michał Kubiak dreht sich um die Gattungen - Büste,  Kopf und  menschliche Figur. Die Form des Kopfes beschränkt sich am häufigsten darauf, die   charakteristische,  anatomische Form des Schädels zu betonen, ohne Gesichtszüge zu individualisieren.

Unabhängig davon, ob er mit Stein oder Metall zu tun hat, ist bei Kubiak die Vorliebe für weiche Stromlinienformen von perfekt geglätteten Flächen zu sehen. Seine Bronzebüsten haben eine gleichartige,  glänzende Fläche, die wie ein Spiegel auf die Umgebung reagiert. Kubiak ist nicht gewohnt, das Metall zu patinieren.  Das Licht gleitet über die glänzende Fläche und schafft auf ihr eine bewegliche und wechselhafte Modellierung. Die Intensität des Lichts, das sich nach außen spiegelt, scheint die Form zu dematerialisieren  und Bilder auf ihrer Fläche zu ändern.

Den gleichen Effekt der Dematerialisierung  des Körpergewichtes erreicht der Bildhauer im  Marmor, indem er sorgfältig seine Fläche bearbeitet und zu der maximalen Einfachheit, Synthese  der Form strebt, die er fast  zum abstrakten Zeichen führt.

Die Skulptur von Michał Kubiak lässt dem Betrachter einen Raum für eigene Vorstellungskraft, deutet nämlich darauf hin, aber sagt nichts zu Ende.