Festival dell Arte 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,  
willkommen im Tal der Schlösser und Gärten

Piotr Napierała
Präsident der Stiftung

Piotr Napierała

mit großem Vergnügen lade ich  alle Kunstliebhaber ein, Mitte August  zur schon  vierten Auflage des Festivals dell‘ Arte das Hirschberger Tal – das Tal der Schlösser und Gärten - zu besuchen. Kunst und Baudenkmäler, Begegnungen mit Künstlern, sowie Einkehr  zur einmaligen Kulturlandschaft und Naturregion sind  Verbindungen, die wir an diesen  wenigen  Tagen und Nächten im August erfahren können. Herausragende Gäste des Festivals, die über die besten Kunstfertigkeiten verfügen und verschiedene Künste vertreten, werden  in einigen außergewöhnlichen historischen Objekten am Fuße des Riesengebirges mit uns  anwesend sein. Das Herzogschloss in Schildau ( Wojanów) wird wie jedes Jahr zum Hauptobjekt des Festivals. Konzerte, Spektakel, Ausstellungen finden auch im Schloss in Wernersdorf  ( Pakoszów) , im Schloss in Fischbach ( Karpniki), im Ritterturm in Boberröhrsdorf ( Siedlęcin), in den Landschaftsparks in Buchwald ( Bukowiec) und Warmbrunn ( Cieplice), im Norwid- Theater in Hirschberg ( Jelenia Góra) und in der Kunstscheune in Buchwald ( Bukowiec), sowie in der Kirche zum Heiligsten Herz Jesu in Erdmannsdorf ( Mysłakowice) statt.  Durch unser Festival  kommen wir zu großartigen künstlerischen Traditionen der Romantik zurück, die in der Umgebung von Hirschberg ( Jelenia Góra) ein Mythos des Schlesischen Elysiums schuf. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts suchte man eben hier nach dem verlorenen Paradies, nach einem Arkadien, einer idealen Landschaft. In unserem Alltagsleben, in der Hektik der gegenwärtigen  Welt fällt es schwer, uns diese idyllische Haltung damaliger Reisender vorzustellen. Wir können jedoch versuchen, diese Atmosphäre an diesen wenigen Festivaltagen festzuhalten und uns dabei die Verse von Jonasz Kofta  zu merken.

„ Pamiętajcie o ogrodach, przecież stamtąd przyszliście
W żar epoki użyczą wam chłodu
Tylko drzewa, tylko liście.”
[„ Denkt an  Gärten, von dort seid ihr doch gekommen
In der Glut des Zeitalters kühlen Euch nur Bäume, nur Blätter.“]

 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

willkommen im Tal der Künste


Michał Maciaszczyk
Künstlerischer Direktor

Mit großer Freude  begrüße ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren, zur zweiten Auflage des Festivals dell’ Arte! Das Ziel des   Festivals ist  es eine interdisziplinäre Plattform zu schaffen, wo sich Künstler aller Kunstgattungen mit ihrem Publikum kommunizieren können. Bei der Erstellung des  diesjährigen Festivalprogramms lud ich Künstler ein, die Ihnen schon  bekannt sind, aber diesmal sehen Sie sie in   veränderten Konstellationen. Das Programm wurde auch um neue fantastische Künstlernamen bereichert. Viele von diesen neuen Ideen entstanden dank der ersten Auflage unseres Kunstfestes. Das Festival  dell Arte 2012 hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass dieses einmalige Konzept des Festivals richtig ist. Es bietet eine lebendige Kunst an, die an das aktive, kunstbegierige Publikum gerichtet ist.
Beim Festival dell’ Arte präsentieren  wir die  Ihnen schon bekannten Hauptsäulen des Programms: Musik, Poesie, Malerei, Skulptur und hoffen im Schloss Wojanów ( Schildau)  sowohl unsere alten  Gäste (in der ersten Auflage besuchten uns 12.000 Gäste) als auch ganz neue Besucher  willkommen zu heißen. Sie  alle helfen uns bestimmt wieder eine besondere Atmosphäre zu schaffen, wo die Kunst ohne Pathos aber mit einer wahren Freude und Ehrlichkeit bewundert wird.
Ich möchte  Sie auch anregen,  das Festivalprogramm gründlich zu lesen. Hier finden Sie bestimmt etwas für sich!  An diesen wenigen Tagen werden Sie  eine Gelegenheit haben, Musik aller Gattungen, Poesie in traditioneller  und zeitgenössischer Ausführung zu hören und sich  während der zahlreichen  Kunstausstellungen an Kunstwerke satt zu sehen. Das alles können Sie  in außergewöhnlichen Räumen des wunderschönen Schlosses Wojanów (Schildau) im Herzen des Hirschberger Tals der Schlösser und Gärten erleben.
Als ich von der zweiten Auflage des Festivals dell`Arte träumte und mir über den Erfolg des Festivals im vorigen Jahr im Klaren war, habe ich nicht gedacht, bei der Vorbereitung des Programms  und der Logistik für  Festival dell`Arte 2013 auf so viele Probleme stoßen zu müssen, um Mäzene für diese Veranstaltung zu gewinnen. Deswegen bedanke ich mich sehr herzlich bei allen, die sich entschieden haben,  das  Festival dell`Arte2013 zu unterstützen. Alle anderen lade ich  zum  Festival ein und hoffe auf Ihre Unterstützung im nächsten Jahr! Die Kultur ist unsere beste Visitenkarte!
 Ich möchte mich auch bei allen Personen bedanken, die sich für die Entstehung dieser Veranstaltung engagiert haben! Trotz aller Probleme und dank des Glaubens an die Idee des Festivals dell`Arte können wir jetzt gemeinsam die Kunst genießen!

Evviva l’arte, hoch lebe Schildau ( Wojanów)!Jacek Cygan

Jacek Cygan

 „Evviva l'arte! Die Bäuche mag mästen
das Elendsvolk der Philister! Uns Söhne
der Musen füttert man ab mit den Resten;
wir gleichen dem Herbstlaub, bezwecken das Schöne
und setzen so alles auf eine Karte:
Evviva l'arte!“  ( Przerwa Tetmajer, Übersetzung von K. Dedecius)

 Die Verse von Przerwa Tetmajer zitiere ich hier nicht nur deswegen, weil wir dieses  Jahr seinen 150. Geburtstag feiern – den Jahrestag, an den sich nur wenige erinnern. Ich zitiere Tetmajer, um gewissermaßen die Atmosphäre des Kampfes um das Festival dell‘ Arte wiederzugeben, des Kampfes der Veranstalter, damit  das Festival überhaupt wieder stattfinden kann.  Und das ist kein leichtes Gefecht, in dem sich Worte des Dichters „ Die Bäuche mag mästen  das Elendsvolk der Philister!“ wahrhaftig auf Entscheidungsträger ( sprich Politiker und ihre Beamten) verschiedener Ebenen beziehen . Deswegen drücke ich  fest die Daumen, dass das Festival dell‘ Arte im Jahre 2015 ein  Sieg der Kunst, Musik wird und ein Sieg der Leute, die an die Idee des Festivals glauben.  Ich zähle zu ihnen und kann die außergewöhnliche Atmosphäre und den einzigartigen Wert der Festivaltage und – nächte nur  bestätigen. Seit einigen Jahren bin ich Zeuge der Entwicklung des Festivals, das keinen wertvolleren  Ort finden konnte, als das Tal der Schlösser und Gärten. Es freut mich, dass sich die Objekte dieses Tals vor  unseren Augen  ändern und dass Plätze entstehen, die noch ein paar Jahre zuvor nach Schutt und Staub rochen und heute von Musik und Poesie ertönen.  Das beste Beispiel dafür ist die Kunstscheune in Buchwald ( Bukowiec). Das Festival dell’ Arte gibt neben großartigen Konzerten herausragender Instrumentalisten etwas Eigenartiges – die Nähe zu Künstlern. Ich muss zugeben, dass ich mich bis heute an die Momente erinnere, als Ewa Lipska und Urszula Kozioł ihre Gedichte vorlasen und ein Eindruck eines intimen Kontakts mit der Poesie entstand. Und als Marek Kondrat über Liebe mit Shakespeares Worten sprach, sah ich, dass viele Frauen empfanden, als ob die Worte direkt nur an sie gerichtet worden wären. Ich werde jetzt  verrückte Nächte nicht beschreiben, z.B. nach dem Konzert von Zbigniew Namysłowski, denn um ihre magische Atmosphäre wiederzugeben, soll man eine Bezeichnung verwenden- „ Das war wirklich ein Jazz!“ Das Festival bedeutet nicht nur  in Konzerten und Begegnungen oder  unter Menschen anwesend zu sein. Das Tal der Schlösser und Gärten schafft auch Möglichkeit, die schöne Einsamkeit zu erleben. Wenn man durch den Park in Buchwald ( Bukowiec) schlendert, hat man den Eindruck, hinter Bäumen am Teich die Gestalt von  Goethe, gebeugt über dem Notizbuch, zu treffen.

Also summen wir mit Ewa Demarczyk Worte eines anderen Dichters , indem wir nur ein bisschen seinen Text  ändern - „ Liebster,  sollten wir  vielleicht doch für einen Tag nach Schildau (Wojanów) kommen?“.

Jacek Cygan