Festival dell Arte 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,  
willkommen im Tal der Schlösser und Gärten


Piotr Napierała
Präsident der Stiftung

Piotr NapierałaSchon Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Hirschberger Tal   ein außergewöhnlicher  Ort, ein romantisches Ideal, ein Arkadien genannt. Nicht nur malerische Landschaften des Riesengebirges und des Landeshuter Kammes, sondern auch hervorragende Schloss-, Park-, Sakralgebäude und regionale Bebauung zogen Reisende und Künstler aus ganz Europa hierher an. Könige, Prinzen, Minister und Generäle der preußischen Regierung, herausragende  europäische Adelsgeschlechter suchten hier nach ihren Sommerresidenzen und Familiensitzen. Schlösser und Herrenhäuser gewannen nicht nur neue Besitzer, sondern auch neue Kostüme und Umgebung. Renaissance- und Barockschlösser wurden im klassizistischen oder neugotischen  Stil umgebaut und  Landgüter  in ausgedehnte Landschaftsparks umgestaltet. Auf diese Weise wurde eine romantische Vision des schlesischen Elysiums geschaffen.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, die mit dem großen Exodus alter Bewohner begann, beeinflusste das Hirschberger Tal. Einheimische Traditionen und Werte sind in Vergessenheit geraten, und  auch die schwierige Nachkriegszeit war für die kulturelle Kontinuität nicht günstig. Das unterschätzte, unverstandene Erbe verfiel. Heute nach einigen Jahrzehnten der Vernachlässigung wird im Hirschberger Tal diese außergewöhnliche Kulturlandschaft wiederhergestellt. Vernachlässigte und verwüstete Sehenswürdigkeiten bekommen ihren alten Glanz wieder. Das Tal der Schlösser und Gärten wird zum wichtigsten  touristischen Markenzeichen Niederschlesiens. Die romantischen Schloss –und Parkanlagen wurden durch den Präsidenten der Republik Polen in die renommierte Liste der Geschichtsdenkmäler eingetragen.
Die Wiederkehr in die künstlerische Tradition kann nicht ohne das einmalige architektonische  Erbe stattfinden. So wie vor Jahrhunderten   Dichter, Musiker, Maler  in die Residenzen preußischer, polnischer, niederländischer oder österreichischer Adligen zu Gast kamen, so sollen die früheren Wiegen des kulturellen Lebens jetzt erstrahlen und ähnliche Ideen verbreiten.

 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

willkommen im Tal der Künste

Michał Maciaszczyk
Künstlerischer Direktor

Mit großer Freude  begrüße ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren, zur zweiten Auflage des Festivals dell’ Arte! Das Ziel des   Festivals ist  es eine interdisziplinäre Plattform zu schaffen, wo sich Künstler aller Kunstgattungen mit ihrem Publikum kommunizieren können. Bei der Erstellung des  diesjährigen Festivalprogramms lud ich Künstler ein, die Ihnen schon  bekannt sind, aber diesmal sehen Sie sie in   veränderten Konstellationen. Das Programm wurde auch um neue fantastische Künstlernamen bereichert. Viele von diesen neuen Ideen entstanden dank der ersten Auflage unseres Kunstfestes. Das Festival  dell Arte 2012 hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass dieses einmalige Konzept des Festivals richtig ist. Es bietet eine lebendige Kunst an, die an das aktive, kunstbegierige Publikum gerichtet ist.
Beim Festival dell’ Arte präsentieren  wir die  Ihnen schon bekannten Hauptsäulen des Programms: Musik, Poesie, Malerei, Skulptur und hoffen im Schloss Wojanów ( Schildau)  sowohl unsere alten  Gäste (in der ersten Auflage besuchten uns 12.000 Gäste) als auch ganz neue Besucher  willkommen zu heißen. Sie  alle helfen uns bestimmt wieder eine besondere Atmosphäre zu schaffen, wo die Kunst ohne Pathos aber mit einer wahren Freude und Ehrlichkeit bewundert wird.
Ich möchte  Sie auch anregen,  das Festivalprogramm gründlich zu lesen. Hier finden Sie bestimmt etwas für sich!  An diesen wenigen Tagen werden Sie  eine Gelegenheit haben, Musik aller Gattungen, Poesie in traditioneller  und zeitgenössischer Ausführung zu hören und sich  während der zahlreichen  Kunstausstellungen an Kunstwerke satt zu sehen. Das alles können Sie  in außergewöhnlichen Räumen des wunderschönen Schlosses Wojanów (Schildau) im Herzen des Hirschberger Tals der Schlösser und Gärten erleben.
Als ich von der zweiten Auflage des Festivals dell`Arte träumte und mir über den Erfolg des Festivals im vorigen Jahr im Klaren war, habe ich nicht gedacht, bei der Vorbereitung des Programms  und der Logistik für  Festival dell`Arte 2013 auf so viele Probleme stoßen zu müssen, um Mäzene für diese Veranstaltung zu gewinnen. Deswegen bedanke ich mich sehr herzlich bei allen, die sich entschieden haben,  das  Festival dell`Arte2013 zu unterstützen. Alle anderen lade ich  zum  Festival ein und hoffe auf Ihre Unterstützung im nächsten Jahr! Die Kultur ist unsere beste Visitenkarte!
 Ich möchte mich auch bei allen Personen bedanken, die sich für die Entstehung dieser Veranstaltung engagiert haben! Trotz aller Probleme und dank des Glaubens an die Idee des Festivals dell`Arte können wir jetzt gemeinsam die Kunst genießen!

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Waldemar Płusa
Cztery Strony Kultury Stiftung

Waldemar Płusa
Meine Verbindungen zu Schildau (Wojanów) gehen auf die Zeit  meiner schon weit entfernten Kindheit zurück. Ich bin in Hirschberg (Jelenia Góra) geboren und mein Elternhaus ist in der Nähe gelegen. Man kann es  sehr gut aus den Fenstern des Schlossturmes sehen. Gerade hier verbrachte ich als Junge jede freie Zeit damit, um mit meinen Brüdern zu spielen und die faszinierende  Natur zu beobachten, die sich immer mit dem Wechsel der Jahreszeiten änderte. Als ich vor über 30 Jahren die Region verließ und wie es sich später erwies, um    viele Jahre im Ausland zu verbringen, blieb  der Blick des zerstörten Schlosses und des verwahrlosten, traurigen, leeren Parks um das Schloss herum  in meinen Erinnerungen. Jedes Mal, wenn ich heute hierher komme, bin ich stolz und beeindruckt davon,  was ich vorfinde. Das Schloss und auch der Park präsentieren sich Jahr für Jahr beeindruckender  und  am wichtigsten, dass  es  keine unzugänglichen Dekorationen sind, sondern Anlagen, die  leben. Man kann hier immer Liebhabern der schönen Landschaft und Architektur und auch Liebhabern der kulturellen Veranstaltungen begegnen. Hier finden Konzerte, Spektakel und Festivals statt. Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Stiftung der Schlösser und Gärten  im Hirschberger Tal zum dritten Mal das Festival dell ʼArte veranstaltet. Ich freue mich persönlich sehr darauf, denn ich habe doch in Schildau ( Wojanów) einen Teil von mir selbst hinterlassen. Die von mir geleitete Stiftung „Cztery Strony Kultury“ kann  zum zweiten Mal ein Teil des außergewöhnlichen Ereignisses sein. Das Festival dell ʼArte ist jedoch kein typisches Festival, wo Künstler und Zuschauer voneinander durch das  Rampenlicht getrennt sind. Hier unterhalten sich alle miteinander und nehmen an vielen kulturellen Veranstaltungen teil, die in Gebäuden und unter freiem Himmel stattfinden. Es kommt selten vor, dass man beim Spaziergang im Park oder im Schlosscafé Meinungen austauschen kann,  mit Zbigniew Namysłowski über Jazz, mit Grzegorz Turnau über „die  gesungene Poesie“, mit Jacek Cygan über das Lied, mit Anna Polony über Theater oder mit Zbigniew Rybczyński , dem  Oskar- Preisträger  über Kino. Man kann sich auch mit ihnen allen die Fotoausstellung von Ryszard Horowitz anschauen und ganz einfach ein paar Worte über   das Leben wechseln. Die Kunst erfüllt das Publikum und das Publikum erfüllt die Kunst und sie bilden ein untrennbares, faszinierendes und außergewöhnliches, schöpferisches Ganzes.  Ich warte schon darauf,  im August für eine kurze Zeit nach Schildau ( Wojanów) zu kommen…